Wie man einfallsreicher schenkt

02.11.2009 · Tipps und Tricks

von Ideengeber Bernhard Wolff

Eine Krawatte? Eine CD? Eine Kaffeetasse mit Namen drauf? Bald ist Weihnachten, und wie jedes Jahr leiden Millionen Deutsche unter akutem Ideenmangel. Diese schlimme Volkskrankheit führt dazu, dass viel Geld mit Geschenkartikeln verdient wird, die kein Mensch braucht. Dabei kann Schenken so schön sein. Aber wie und wo finden Sie Ideen, die wirklich überraschen? Ganz sicher nicht am Morgen des Heiligen Abends in Ihrem verstopften Shoppingcenter!

Lassen Sie uns gemeinsam auf Ideensuche gehen. Und zwar mit einer Kreativitätstechnik, die Sie nicht nur zum Weihnachtsfest anwenden können. Diese Technik heißt „Annahmen ausschalten“. Was steckt dahinter? Häufig finden wir keine Ideen oder Lösungen, weil wir von bestimmten Annahmen ausgehen. Solange wir annehmen, die Welt ist eine Scheibe, ist es ein echtes Problem, Rundflüge um den Globus zu verkaufen. Ideen entstehen, wenn wir hinterfragen, was uns sicher erscheint.

Welche Annahmen machen in unserem Denken ein Weihnachtsgeschenk aus? Es ist verpackt! Es wird am 24.12. überreicht! Und der Beschenkte hat es noch nicht! Wenn Sie diese drei Annahmen ausschalten, eröffnen sich plötzlich ganz neue Möglichkeiten des Schenkens:

Ein Geschenk ist verpackt? Wie könnte Schenken aussehen, wenn das Geschenk NICHT verpackt ist? Vielleicht ist es in der Wohnung versteckt. Oder alle Kerzen werden ausgeblasen und das Geschenk wird bei vollständiger Dunkelheit überreicht. Oder unterm Tannenbaum liegt lauter aufgerissenes Geschenkpapier: In diesem Fall sind die Geschenke nicht mehr verpackt, weil sie jemand geklaut hat. Und die ganze Familie macht sich auf die Suche nach dem Täter. Ein tolles Krimitheater für den Heiligabend. Stellen Sie sich vor: Familien mit kleinen aufgeregten Kindern, ausgestattet mit Taschenlampen, stapfen durch den Schnee und suchen den Geschenkdieb. Weihnachten könnte langweiliger sein.

Ein Weihnachtsgeschenk wird am 24.12. überreicht? Wie könnte Schenken aussehen, wenn das Geschenk NICHT am Heiligen Abend überreicht wird? Vielleicht verschieben Sie die Bescherung auf den 24. Januar. Dann ist sowieso alles viel billiger. Oder Sie überreichen das Geschenk schon am 01. Dezember und sparen sich den Adventskalender: Das Geschenk ist 24fach verpackt und darf an jedem Tag ein bisschen weiter ausgepackt werden. Die besten Geschenkideen entstehen ja sowieso mitten im Jahr: immer dann, wenn Ihre Liebste oder Ihr Liebster bei einem Bummel zufällig was Tolles im Schaufenster entdeckt. Das ist Ihre Chance. Rufen Sie laut: „Heute ist Weihnachten“ - und schlagen Sie sofort zu.

Dritte Annahme: Der Beschenkte hat das Geschenk noch nicht. Diese Annahme treibt uns regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn. „Hoffentlich hast Du das noch nicht!“ ist der meistgesprochene Satz beim Überreichen von Geschenken. Drehen Sie den Spieß um - und schalten Sie auch diese Annahme aus. Schenken Sie etwas, was der Beschenkte schon hat. Zum Beispiel sein Lieblingsbuch. Dann hat er ein Exemplar zum Notizen reinschreiben. Oder seine Lieblingsschuhe. Die alten sind sowieso bald aufgelaufen. Oder Sie packen sich für Ihren Partner selbst ein. Dann macht das Auspacken besonders viel Spaß.

Und jetzt sind Sie dran: Welche Annahmen haben Sie noch von Weihnachtsgeschenken? Ein Geschenk kostet Geld? Ein Geschenk ist für jemand anderen? Ein Geschenk macht Freude? Schreiben Sie alle Ihre Annahmen auf, und schalten Sie eine nach der anderen aus. Sie werden staunen, wie viele Ideen Sie dabei finden. Und wenn Weihnachten vorbei ist, dann steht das Jahr 2010 vor der Tür. Sie werden alle Herausforderungen meistern, wenn Sie sich öfter mal fragen: „Was wäre wenn?“


In seinem Buch „Denken hilft“ verrät Bernhard Wolff seine besten Tipps und Tricks, wie Sie Gedächtnis und Kreativität fördern können. Wolff ist Experte für Kreativität und als Rückwärtssprecher bekannt aus über 40 TV Shows.

Bernhard Wolff: Denken hilft - Frische Ideen für Gedächtnis und Kreativität ist als Hardcover im Heyne Verlag erschienen (ISBN 978-3-453-16542-7) und kostet € 18,- [D].

Diese Meldung ist unter Angabe der Quelle „Bernhard Wolff: Denken Hilft“ zur Veröffentlichung frei. Das Buchcover kann unter ohlsen@think-theatre.de angefordert werden.

Pressekontakt:
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